Parabene und synthetische Konservierungsstoffe in der Kosmetik

Parabene und synthetische Konservierungsstoffe in der Kosmetik

Kosmetik ohne Parabene und andere reizend synthetische Konservierungsstoffe werden immer beliebter. Kein Wunder, denn sie stehen im Verdacht, nicht ganz unbedenklich zu sein. Einige sind sogar für die Herstellung bereits verboten. Doch warum sind sie so in Verruf geraten und wie machen wir unsere Kosmetik ohne reizende Stoffe länger haltbar?

1. Was sind Parabene?
2. Schaden Parabene der Gesundheit?
3. Kosmetik ohne Parabene – gibt es natürliche Konservierungsstoffe?
4. Ist Kosmetik ohne Parabene die Lösung? Mein Fazit

1. Was sind Parabene?

Immer häufiger sieht man auf Verpackungen von Kosmetikprodukten den Hinweis „ohne Parabene“. Doch was sind Parabene eigentlich? Parabene ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe bestimmter chemischer Konservierungsstoffe, nämlich die Ester der 4-Hydroxybenzoesäure. Parabene werden eingesetzt, um Kosmetikprodukte aber auch Lebensmittel oder Medikamente länger haltbar zu machen.

Ohne Konservierungsstoffe würden wasserhaltige Kosmetikprodukte schnell kippen, denn Pilze und Bakterien fühlen sich in wasserhaltigen Kosmetikprodukten wohl und würden sich ohne Konservierungsmittel schnell vermehren. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem könnten die Erreger ein Risiko darstellen. Um eine Keim-Party in Kosmetik zu unterbinden, müssen also konservierende Stoffe her, quasi wie Türsteher.

Parabene haben eine fungizide und antimikrobielle Wirkung. So verhindern sie das Wachstum potentiell gesundheitsschädlicher Erreger. Du erkennst sie auf der Liste der Inhaltsstoffe daran, dass sie mit „paraben“ enden. Häufig verwendete Parabene in konventioneller Kosmetik sind beispielsweise Methylparaben und Ethylparaben.

Parabene werden seit Jahrzehnten als Konservierungsstoffe verwendet. Nicht zur Gruppe der Parabene gehört der Konservierungsstoff Sodium Benzoate, das aus Natriumsalz der Benzoesäure gewonnen wird. Genau wie Parabene wirkt der Konservierungsstoff bakterien- und pilzhemmend. Doch auch Sodium Benzoate steht im Verdacht, nicht ganz unbedenklich für die Gesundheit zu sein.

Einige weitere synthetische Konservierungsstoffe in Kosmetik sind:

  • Formaldehyd
  • Benzylalkohol
  • Chlorobutanolum
  • Zinkpyrithion

2. Schaden Parabene der Gesundheit?

Dass immer mehr Hersteller auf synthetische Konservierungsstoffe wie Parabene verzichten, kommt nicht von ungefähr. Parabene können über die Haut absorbiert werden und so in den Organismus gelangen. Die chemische Struktur von Parabenen ähnelt der des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Deshalb stehen einige Parabene, wie zum Beispiel Butylparaben, im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, also den Hormonhaushalt zu stören.

Studien, für die entgegen unserer Überzeugungen Versuche an Tieren durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass die Befürchtung nicht grundlos besteht. Durch die Gabe von Butylparaben konnte bei weiblichen Ratten eine vergrößerte Gebärmutter festgestellt werden. Die Parabene Butyl- und Propylparaben führten bei männlichen Ratten zu einer verringerten Spermienzahl und einer veränderten Testosteron-Ausschüttung.

Für Verunsicherung bei vielen Verbrauchern sorgte auch eine britische Studie aus dem Jahr 2004. Diese brachte Parabene in Deodorants mit Brustkrebs in Verbindung. Da andere Untersuchungen zu abweichenden Ergebnissen kamen und es noch keine Langzeitstudien zu Parabenen gibt, steht eine abschließende Beurteilung hinsichtlich des gesundheitsgefährdenden Potentials dieser synthetischen Konservierungsmittel aber noch aus.

Viele Hersteller greifen jedoch lieber zu Alternativen, da viele Verbraucher gegenüber solcher Konservierungsstoffen skeptisch geworden sind. Allerdings können einige Alternativen zu Parabenen – beispielsweise ein erhöhter Anteil bestimmter Alkohole – eher zu Hautirritationen oder Allergien führen als die von der europäischen Kosmetikverordnung als sicher eingestuften Parabene Ethylparaben und Methylparaben.

Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet natürliche Kosmetik ohne Parabene oder andere reizende Konservierungsstoffe.

3. Kosmetik ohne Parabene – gibt es natürliche Konservierungsstoffe?

Auch wir verwenden Inhaltsstoffe mit konservierender Wirkung für die Haltbarkeit unserer natürlichen Kosmetikprodukte. Auf reizende Konservierungsstoffe wie Parabene oder Sodium Benzoate verzichten wir aber – aus gutem Grund, wie man am Gelesenen erkennen kann. Für die hygienische Sicherheit und längere Haltbarkeit unserer Kosmetik setzen wir auf folgende Inhaltsstoffe:

Pentylene Glycol ist ein zweiwertiger, geruchs- und farbloser Alkohol. Seine antimikrobielle Eigenschaft macht diesen „guten Alkohol“ zu einem effektiven Mittel, um Kosmetik länger haltbar zu machen. Zudem besitzt Pentylene Glycol feuchtigkeitsspendende Eigenschaften und sorgt dafür, dass sich Wirkstoffe besser auf der Hautoberfläche verteilen lassen. Pentylene Glycol ist in unseren Produkten beispielsweise in unserem AHA Peeling, dem Aloe Vera Gel, dem Vitamin C Serum und in unserem Rosenwasser (👇) enthalten.

Unser Rosenwasser

Ohne Parabene, ohne reizende Konservierungsstoffe

Zum Produkt



Reine Öle sind auch ohne Konservierungsstoffe recht lange haltbar, da sie keinen Wasseranteil haben. Unser Mandelöl, Arganöl oder Jojobaöl kommen daher völlig ohne zugefügte Konservierungsstoffe aus.

Auch dem Schutz der Haut dienende Antioxidantien wie Tocopherol (Vitamin E) zögern das Ranzigwerden eines Öls zusätzlich heraus. Es ist zum Beispiel in unserem Reinigungsöl enthalten.

Propanediol wird aus Maiszucker gewonnen und hat eine antimikrobielle und feuchtigkeitsspendende Wirkung. Es ist zum Beispiel in unserem Deodorant Spray enthalten.

Als Schutz vor zersetzendem UV-Licht und Sauerstoff setzen wir auf Braunglas und clevere Lösungen wie Pumpspender zur keimfreien Entnahme des Produkts.

Achte bitte darauf, den Verschluss direkt nach dem Gebrauch gut schließen, um deine Kosmetikprodukte so gut es geht vor Oxidation zu schützen. Bewahre deine Cremes und Co. vor Wärme und Sonnenlicht geschützt auf.

4. Ist Kosmetik ohne Parabene die Lösung? Mein Fazit

Ob Kosmetik ohne Parabene per se die bessere Wahl ist, ist eine umstrittene Frage. Denn nicht jede Alternative bedeutet eine bessere Verträglichkeit. Die EU-Kosmetikverordnung hat bestimmte Parabene als sicher eingestuft. Sie dürfen zu einem klar definierten Anteil in einem Produkt vorkommen. Aufgrund mangelnder Langzeitstudien bleiben viele Verbraucher jedoch kritisch und kaufen lieber Kosmetik ohne Parabene.

Weil sich in Kosmetik ohne Konservierungsstoffe jedoch schnell Pilze und Bakterien ausbreiten, greifen viele Hersteller zu günstigen Alternativen wie kurzkettigen Alkoholen wie Ethyl Alcohol oder Alcohol denat., die die Haut austrocknen können.

Auch das umstrittene Konservierungsmittel Sodium Benzoate ist in einigen Produkten mit dem Hinweis „Kosmetik ohne Parabene“ enthalten. Zwar kann auch dieses synthetische Konservierungsmittel noch nicht abschließend bewertet werden, jedoch steht es im Verdacht, allergische Reaktionen oder gesundheitsschädliche Auswirkungen zu haben.

Auch in Naturkosmetik steckt nicht unbedingt Natur pur. Einerseits, weil Naturkosmetik kein geschützter Begriff ist. Dies gilt auch für zertifizierte Naturkosmetik: hier muss das Siegel genau studiert werden, denn die Kriterien der Verbände zur Vergabe eines Siegels variieren stark. Mehr dazu und warum wir uns gegen eine solche Zertifizierung entschieden haben, erklärt euch Benedikt im Interview. Auch werden in einigen Naturkosmetikprodukten ätherische Ölen mit antimikrobieller Wirkung verwendet, um die Haltbarkeit zu verbessern. Diese können jedoch allergische Reaktionen hervorrufen.

Es lohnt sich also, genau hinzuschauen. Weil beim Thema Parabene und chemische Konservierungsstoffe viel Unsicherheit und Unbehagen mitschwingt und wir besonderen Wert auf die hohe Verträglichkeit unserer Kosmetik setzen, haben wir uns sehr intensiv mit dem Thema Konservierungsmittel auseinandergesetzt und uns für die oben erwähnten Alternativen entschieden. Wie lange das Produkt nach dem Öffnen haltbar ist, erkennst du am Symbol auf der Braunglasverpackung: ein kleiner geöffneter Tiegel mit einer Zahl gibt die Mindesthaltbarkeit an.

Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag hilft, dich besser in diesem, zugeben, etwas unübersichtlichen Beauty-Dschungel orientieren zu können und für dich zu entscheiden, was du an deine Haut lassen möchtest. Lass es dir gut gehen und keep shining!




Quellen:

https://junglueck.de/blogs/wissen/alkohole-in-der-kosmetik-die-dosis-ist-entscheidend

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12004923/

https://academic.oup.com/toxsci/article/152/1/244/2579219

https://www.buzer.de/gesetz/487/a6088.htm

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