Kosmetik ohne Mikroplastik: hinschauen lohnt sich – für die Umwelt & unsere Zukunft

Kosmetik ohne Mikroplastik: hinschauen lohnt sich – für die Umwelt & unsere Zukunft

Mikroplastik rückt immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Aus gutem Grund. Längst sind winzig kleine Plastikpartikel in die Nahrungskette gelangt. Doch was hat Kosmetik damit zu tun und was kann jeder einzelne von uns dazu beitragen, weniger Mikroplastik in die Umwelt gelangen zu lassen?

Was ist Mikroplastik eigentlich genau, warum gilt es als unsichtbare Gefahr und was können wir gegen die Umweltverschmutzung mit Mikroplastik im Alltag unternehmen? Hier erfährst du es.

  1. Was ist Mikroplastik und worin ist es enthalten?
  2. Ist Mikroplastik schädlich für uns und unsere Umwelt?
  3. Wie kann ich Mikroplastik vermeiden?
  4. Ist Kosmetik ohne Mikroplastik möglich?

Was ist Mikroplastik und worin ist es enthalten?


Mikroplastik ist in aller Munde – und das vielleicht sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn längst haben die kleinen Kunststoffpartikel die Nahrungskette erreicht. Was als Plastikmüll im Meer landet, verfällt im Laufe der Zeit zu feinsten Partikeln und wird von Meerestieren aufgenommen. Werden diese von größeren Meeresbewohnern gefressen, wandern die Plastikpartikel weiter – bis sie vielleicht eines Tages auf deinem Teller landen. Besonders häufig werden Polyethylene und Polypropylene aus Verpackungen von Alltagsprodukten in Gewässern gefunden.

Unterschieden werden zwei Arten von Mikroplastik:

  • Primäres Mikroplastik: zum Beispiel Grundmaterial auf Erdölbasis für die Produktion von Plastikverpackungen oder für Hygieneprodukte
  • Sekundäres Mikroplastik: entsteht durch den Verfall von größeren Plastikteilen

Auch in einigen Kosmetikprodukten ist Mikroplastik enthalten, etwa in Peelings oder in Zahnpasta. Weil Mikroplastik „out“ ist und das auch bei Herstellern konventioneller Produkte angekommen ist, steht auf vielen Verpackungen der Hinweis „ohne Mikroplastik“.

Doch: Auch flüssiges Plastik in Kosmetikprodukten wie Sonnencremes, Duschgel, Haarwachs oder Haarkuren gelangt über den Abfluss in die Kläranlagen. Wer kein Chemiker ist, hat schlechte Karten, flüssigen Kunststoff in Kosmetik- oder Haushaltsprodukten zu erkennen. Kryptische Bezeichnungen auf der Liste der Inhaltsstoffe wie diese geben Auskunft:

  • PEG/PPG-17/18-Dimethicone
  • Cyclopentasiloxane
  • Polyquaternium-68
  • VP/VA
  • Acrylates Crosspolymer

Tricky: Da flüssiges Plastik nicht als Mikroplastik gilt, denn per Definition handelt es sich bei Mikroplastik um feste Kunststoffteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind, tappt man schnell in die Flüssigkunststoff-Falle. Über den Abfluss gelangen diese schwer abbaubaren Stoffe in der Kläranlagen und von dort aus zum Teil in Gewässern oder über den Klärschlamm als Dünger auf Feldern. Umweltschützer fordern deshalb ein Verbot von Mikroplastik und anderen schwer abbaubaren synthetischen Stoffen in Kosmetik- und Alltagsprodukten wie Waschmittel.

Apropos Waschmittel: Auch über die Waschmaschine gelangen feinste Plastikfaser im Abwasser, wenn Kleidungsstücke aus Kunstfasern wie Fleece gewaschen werden. Trotz modernster Technik können Kläranlagen nur einen Teil der kleinen Plastikteilchen zurückgehalten werden.

Um den Auswirkungen unseres modernen Lebensstils noch ein Krönchen aufzusetzen, hier ein weiteres Beispiel, wie Mikroplastik in die Umwelt gelangt: täglich rund um die Uhr auf dem gesamten Planeten über den Abrieb von Reifen. Ganz schön heavy, oder?

Ist Mikroplastik schädlich für uns und unsere Umwelt?

Wie gefährlich Mikroplastik für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist, ist nicht abschließend geklärt, doch die Wissenschaft ist alarmiert. Ein Großteil des Plastikmülls im Meer ist nicht mehr auffindbar. Womöglich, weil er in kleinste Teilchen zerfallen ist oder schwer zugänglich auf dem Meeresboden lagert. Je kleiner Mikroplastikpartikel sind, desto mehr Lebewesen können sie aufnehmen und umso weiter breiten sie sich in der Nahrungskette aus.

Da Mikroplastik in den Meeren bereits allgegenwärtig ist, befürchten Forscher verheerende Auswirkungen auf das marine Ökosystem. Mikroplastik wird von Algen und potentiell schädlichen Bakterien wie Vibrionen besiedelt. Durch die Strömungen bewegen sich die Teilchen langsam durch die Gewässer. Genug Zeit für die „Passagiere“, sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen und so das ökologische Gleichgewicht zu stören.

Gerade in der Tiefe ist das Risiko hoch, dass Meeresbewohner Mikroplastik aufnehmen und die Teilchen dann über die Nahrungskette von einem Organismus in den nächsten übertritt. Doch nicht nur auf dem Meeresgrund und an der Wasseroberfläche schwimmen Unmengen Mikro- und Makroplastik. Forscher konnten riesige Mengen feinster Kunststoffteilchen im Packeis der Arktis nachweisen. Sollte das Eis schmelzen, werden diese ihre Reise durch die Meere antreten.

Je nach Plastikbeschaffenheit kann Mikroplastik weitere Chemikalien wie Weichmacher oder Flammschutzmittel enthalten, die im Wasser wie ein Magnet andere Chemikalien anziehen und zu einem Chemikaliencocktail heranwachsen. Auch längst verbotene Schadstoffe, die noch in der Umwelt aufzufinden sind, können so gebunden und von Lebewesen aufgenommen werden.

So gelangt Mikroplastik in den menschlichen Organismus

Über den Konsum von Muscheln oder Fisch kann Mikroplastik dann in den menschlichen Organismus gelangen, doch auch über die Atmung können feinste Partikel inhaliert werden. Die Langzeitfolgen für Mikroplastik im Körper sind noch nicht erforscht. Forscher kritisieren die frühzeitige Entwarnung durch die WHO, die Mikroplastik im Wasser nicht als Risiko für den Menschen einschätzt.

Zwar können größere Plastikteilchen ausgeschieden werden, doch wie sieht es mit den Chemikalien aus? Professor Colin Janssen von der Universität Gent in Belgien gelang es zu beweisen, dass Mikroplastik die Magenschleimhäute durchdringen und sich im Gewebe anlagern kann. Offen ist auch die Frage, wie sich über die Luft eingeatmetes Mikroplastik auf den Organismus auswirkt.

Wie kann ich Mikroplastik vermeiden?

Rund 80 Prozent des Kunststoffmülls kommen vom Land ins Meer, wo Verpackungen und Folien langsam zu Mikroplastik verfallen. Nach heutigem Stand kann Mikroplastik nicht ganz aus der Umwelt entfernt werden. Umso wichtiger ist es also, weniger Plastikmüll zu produzieren und auch versteckte Mikroplastikquellen so gut es geht zu minimieren.

Kleidungsstücke aus natürlichen Materialien wie Leinen oder Baumwolle aus nachhaltigem Anbau sind umweltfreundlicher als Mischgewebe mit Kunstfasern.

Spezielle Beutel für die Reinigung von Kleidungsstücken aus synthetischen Materialien halten Synthetikfasern zurück.

Bevorzuge umweltfreundlichere Verpackungen wie Nachfüllverpackungen oder recyceltes Glas.

Reifenabrieb von Autos trägt enorm zur Mikroplastik-Last in der Umwelt bei. Fahrgemeinschaften und die öffentlichen Verkehrsmittel sind vielleicht nicht immer möglich, aber eine umweltfreundliche Fortbewegungsvariante.

Verwende konsequent Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte, die frei von Mikroplastik und schwer abbaubaren synthetischen Stoffen sind.

Du möchtest nicht auf deinen heiß geliebten Coffee to go verzichten? Verwende wiederverwertbare Becher oder lege dir einen Thermobecher zu. Für Essen zum Mitnehmen kannst du eine Frischhaltedose einpacken. Klar, das ist zunächst gewöhnungsbedürftig – aber stellen wir uns mal vor, Menschen weltweit würden mit Jutebeutel, Brotbox und Thermobecher bewaffnet das Haus verlassen. Jeden Tag könnte so tonnenweise Müll gespart werden.

Ist Kosmetik ohne Mikroplastik möglich?

Die EU-Kosmetik-Verordnung regelt vieles, nicht aber die biologische Abbaubarkeit von Inhaltsstoffen. Häufige Kunststoffe in Kosmetikprodukten sind etwa:

  • Polyamid (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyacrylate (PA)
  • Crosspolymer (C10-C30)

Wenn du Mikroplastik vermeiden möchtest, verwende im Alltag Produkte, die biologisch abbaubar und so umweltfreundlich wie möglich verpackt sind. Zwar ist zertifizierte Naturkosmetik – je nach Siegel – frei von Mikroplastik auf Erdölbasis und anderen erdölbasierten Kunststoffen, jedoch variieren die Ansprüche der Siegelvergeber an die Hersteller stark. Zudem ist die selten verwendete Polymilchsäure (Polylactic Acid) in Naturkosmetik nicht verboten, jedoch schwer abbaubar.

Wir verzichten bei allen Produkten auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Nanopartikel, PEG und Silikone. Hier möchte ich dir ein paar Kosmetik-Alternativen vorstellen, die gut für dich und für die Umwelt sind.

Kosmetik ohne Mikroplastik:

Peeling: Ein Peeling mit Plastikpartikeln kann einfach durch natürliche Rohstoffe wie Zucker, Nussschalen oder Kieselerde ersetzt werden. Unser AHA Peeling und auch das BHA Peeling kommt ganz ohne Schmirgel-Partikel aus. Einfach auftragen, über Nacht wirken lassen und am nächsten Tag frisch aufwachen.

Hautreinigung: Verzichte auf Feuchttücher oder Produkte zur Reinigung der Haut, die Mikroplastik oder flüssigen Kunststoff enthalten. Unser Reinigungsöl entfernt Schmutz und Make-up mit mit 7 wertvollen Pflanzenölen und milden Zuckertensiden. Make-up wenn möglich erst mit einem Baumwollpad abnehmen. So landet weniger Schminke im Abwasser. Auch unser Duschgel ist frei von Mikroplastik und Silikonen und säubert deine Haut mit umweltfreundlichen und hautschonenden Tensiden auf Zuckerbasis.

Feste Kosmetikprodukte: Ob festes Duschgel, festes Shampoo, feste Rasierseife oder feste Handseife – für die tägliche Körperpflege im Einklang mit Mama Nature sind feste Produkte genial. Wir haben sogar einen festen Conditioner entwickelt, mit dem du deine Mähne bändigen kannst. Feste Produkte kommen ohne Tiegel oder Flakon aus, somit entfällt sogar der Pump-Spender aus Plastik, yay!

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Die Zukunft des Planeten liegt in unseren Händen. Durch einen verantwortungsvollen Konsum und achtsamen Umgang mit Plastik, die Verwendung von Kosmetik ohne Mikroplastik und Reinigungsmittel auf Basis biologisch abbaubarer und nachhaltiger Rohstoffe kannst du im Alltag dazu beitragen, Plastikmüll und somit auch Mikroplastik in der Natur zu verringern.

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, welche Auswirkungen ein ganz normales Alltagsleben auf die Umwelt haben kann, wenn nicht aufs Kleingedruckte geachtet wird und wir unsere Gewohnheiten nicht ändern. Deshalb: spread the word, begeistere andere, schließt euch zusammen, werdet laut. Nur gemeinsam können wir den Wandel schaffen. Letztendlich beginnt er aber mit unseren Konsumentscheidungen.

 


Quellen:

https://www.awi.de/ueber-uns/service/presse/presse-detailansicht/mikroplastik-rieselt-mit-schnee.html

https://junglueck.de/blogs/wissen/mikroplastik-umweltbelastung-durch-kosmetik?_pos=1&_psq=mikro&_ss=e&_v=1.0

https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-ist-mikroplastik

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20160926_greenpeace_mikroplastik_meere_report.pdf

https://royalsocietypublishing.org/doi/pdf/10.1098/rsos.140317

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/meere/meere_mikroplastik_einkaufsfuehrer.pdf

https://www.arte.tv/de/videos/062231-000-A/mikroplastik-im-meer/



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