September 10, 2020

Schuppenflechte – Auslöser, Symptome und Behandlungstipps

by Sophia Wildfeuer

Schuppenflechte. Ein Wort, das fast keiner auf Anhieb aussprechen kann. Wahrscheinlich ist sie deswegen auch eher als Schuppenflechte bekannt. Gut 2 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen, was wie ich finde gar nicht so wenig ist, wenn wir bedenken wie wenig offen und ehrlich darüber gesprochen wird. Ich vermute aus dem Grund, weil die Betroffenen sich dafür schämen und unter den körperlichen Symptomen leiden. Umso wichtiger ist es, dass wir darüber aufklären, dass wir wissen was genau Schuppenflechte ist, wie sie sich äußert und was das für Betroffene bedeutet. 

Deswegen schreibe ich diesen Beitrag, um mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. Denn je mehr wir darüber wissen, desto mehr Verständnis bringen wir für unsere Haut, unseren Körper und unsere Mitmenschen auf.  

Und diese Fragen beantworten wir in dem Beitrag:

  1. Wie beginnt die Schuppenflechte?
  2. Was sind mögliche Auslöser für Schuppenflechte? 
  3. Was hilft bei Schuppenflechte?
  4. Wie hängen Schuppenflechte und Psyche zusammen?
  5. Kann die Schuppenflechte wieder verschwinden?

1. Wie beginnt die Schuppenflechte?

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine nicht ansteckende, chronische Erkrankung der Haut, bei der die Immunabwehr verrückt spielt und daher eine Entzündungsreaktion im Körper auslöst. Sie äußert sich meist in Schüben. Während dieser Zeit teilen sich die Zellen der Haut viel schneller als eigentlich vorgesehen. Unsere Haut erneuert sich nämlich im Durchschnitt alle 28 Tage. Bei Schuppenflechte wachsen die hornbildenden Zellen deiner Haut jedoch so schnell, dass sie bereits nach 4 bis 6 Tagen die Hautoberfläche erreichen und schließlich abschuppen. Die Hautzellen können in dieser kurzen Zeit nicht vollständig ausreifen und lassen so unsere oberste Hautschicht verdicken und auflockern. Dazu kommt, dass durch die Reaktion des Immunsystems die Blutgefäße der Haut weiter gestellt werden und daher Flüssigkeit ins Gewebe austreten kann. Die Haut fängt an aufzuquellen und ist stark gerötet. Es zeichnen sich schließlich scharf begrenzte, leicht erhabene, von silbrig-weißen Schuppen bedeckte Hautareale (Plaques) ab. 

Von Schuppenflechte betroffene Haut

Die Stellen beginnen unangenehm zu brennen und zu jucken. Den meisten fällt es natürlich dann sehr schwer nicht zu kratzen. Dadurch kommen jedoch zusätzlich Risse in die Haut und die machen es für eine Vielzahl von Bakterien sehr leicht durch die Schutzbarriere zu dringen. Der Teufelskreis geht also in die nächste Runde und Entzündungen, Eiterpusteln bis hin zu Pilzinfektionen können sich ausbreiten. 

Leider ist die Schuppenflechte nicht nur äußerlich auf der Haut zu finden, sondern kann auch die Gelenke angreifen (Psoriasis Arthritis). Quälende Gelenkbeschwerden und tieferliegende Rückenschmerzen können den gesamten Bewegungsapparat beeinträchtigen. Zudem kann es aus medizinischer Sicht, je nach Schwere der Erkrankung. zu ernsthaften Begleiterkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus Typ II kommen. Schuppenflechte sollte man deshalb nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine kontinuierliche Behandlung ist sehr wichtig. Dabei geht es primär darum, die Dauer und die Schwere der Schübe zu reduzieren, da eine symptomfreie Heilung leider bis dato sehr selten ist. Aber es gibt ganzheitliche Wege, welche schon zu einer deutlichen Verbesserung führen können.

2. Welche Körperstellen können betroffen sein?

Leider macht die Schuppenflechte vor keinem Körperteil Halt und kann auch in jeder Form und Größe auftreten. Besonders häufig betroffen sind die Streckseiten der Ellenbogen, Knie, der Kreuzbeinbereich, die Kopfhaut und der Bereich hinter den Ohren. Aber auch generell in Hautfalten, unter den Achselhöhlen, Handflächen, Fußsohlen bis hin zum Nagelbett können Entzündungsherde entstehen. 

Durch die bunte Streuung der Hautareale, wird es für Betroffene immer schwieriger und belastender die Stellen zu verdecken bzw. sich wirklich wohl im eigenen Körper zu fühlen. Daher gilt es alle möglichen Einflüsse aufzudecken, zu behandeln und schließlich die Lebensqualität rundum zu verbessern, die schlicht und ergreifend von unserer Gesundheit abhängt. Klingt simpel, aber in der Praxis ist es leider eher eine Suche nach DER Nadel im Heuhaufen. 

3. Was sind mögliche Auslöser für die entzündliche Systemerkrankung? 

Wir sind alle individuell, nehmen unser Umfeld anders war und können ganz verschieden reagieren, je nachdem welche Erfahrungen wir gemacht haben. Damit ist es schwer, den EINEN Auslöser für Schuppenflechte zu finden. Zudem spielt auch hier die Genetik wie so oft eine bedeutende Rolle. Die Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken wird uns bereits von unseren Eltern mitgegeben. Dafür müssen sie nicht einmal selbst betroffen sein. Veranlagung bedeutet nicht automatisch einen sofortigen Ausbruch. Es müssen meist innere und äußere Faktoren zusammenspielen, um den ersten Schub auszulösen. Wir haben euch ein paar mögliche Faktoren gesammelt: 

Innere Auslöser: 

  • Genetik
  • Alter
  • Hormonelle Lage/ aktuelle Umstellungen 
  • Erkrankungen (Allergien, Diabetes)
  • Psychische Verfassung 

Äußere Auslöser: 

  • Klima / Jahreszeiten  
  • falsche Hautpflege
  • Mechanische und physikalische Reizung
  • Lebensstil 
  • Ernährung
  • Medikamente
  • Stress

Da man nicht in sich selbst hineinschauen kann und manchmal bereits ein zu enger Gürtel oder scheuernde Kleidung der Ursprung sein können, ist es wichtig sich einfach möglichst viele dieser Auslöser bewusst zu machen. Aber auch hier gehen Vorstellung und Realität oft getrennte Wege, I know! 

4. Was hilft bei Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist nicht unbedingt mit einem bestimmten Hauttyp verbunden, daher ist es zuerst wichtig, dass du erkennst zu welchem Hauttyp deine Haut aktuell zählt. Meist ist die Haut sehr empfindliche und in vielen Fällen handelt es sich um eine Sonderform der sehr trockenen-fettarmen Haut. 

Diese erkennst du daran, dass  

  • sie häufig glanzlos und stumpf wirkt
  • spannt, juckt und sich rau anfühlt  
  • der Schweregrad von leichtem Spannen nach der Reinigung bis hin zu massiven neurodermitischen Zuständen mit kräftiger Abschuppung und quälendem Juckreiz reichen kann.

Es gibt aber auch einige grundlegende Pflegetipps, die du beachten kannst.

Die richtige Reinigung

Beginnen wir bei der Reinigung. Hier gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr! Das bedeutet im Detail, dass du allgemein sparsam mit Wasser und Reinigungsprodukten umgehen solltest. Das Wasser sollte kalt bis lauwarm sein (max. 37°C). Die Haut nach der Reinigung lieber leicht abtupfen, anstatt mit aller Kraft zu rubbeln. Dein Reinigungsprodukt sollte: 

  • keine echte Seife sein,
  • keine reizenden Tenside aus der Alkylsulfatgruppe enthalten (Link Tensid-Ratgeber),
  • keinen mechanischen Peeling Effekt bewirken und
  • keine Parfümstoffe oder Konservierungsmittel beinhalten. 

Gerade Produkte auf Öl-Basis pflegen deine Haut und lindern so wirksam Juckreiz, Spannen und raue Stellen. Unser Reinigungsöl entfernt durch die Kombination wertvoller Öle schonend Schmutz und Talgablagerungen von deiner Haut ohne sie zusätzlich auszutrocknen. Milde Zuckertenside reinigen gründlich und geben gleichzeitig Feuchtigkeit an deine Haut zurück. Wenn du ein Öl zur Reinigung nicht so gern hast, kannst du aber auch genau so gut unser Reinigungsgel verwenden. Es enthalt beruhigendes Bio-Kamillenextrakt und pflanzliche Tenside, die deine Haut sanft, aber gründlich reinigen.Wichtig ist darauf zu achten, dass das Reinigungsprodukt nach der Anwendung wieder sorgfältig entfernt wird. 

Die richtige Pflege

Für die anschließende Hautpflege sollten folgende Inhaltsstoffe in den INCIs vorhanden sein: 

  • NMF (Natural Moisturizing Factor): Hyaluronsäure, Pentylene Glycol, pflanzliche Öle, Sheabutter, Allantoin
  • Harnstoff
  • Salicylsäure
  • Vitamin A & E 

Es gilt deiner Haut Feuchtigkeit und Lipide zurückzugeben, daher sollten sowohl im Gesicht, als auch am Körper bevorzugt Cremes bzw. Lotionen mit hohem Fettanteil verwendet werden. Gerade nachts, damit sich die Haut in Ruhe erholen und stärken kann. Unsere Hyaluron Serie mit Hyaluron Konzentrat, Hyaluron Tages- und Nachtcreme vereint dies mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen und hilft so deine Haut zu regenerieren und zu schützen. Benutzt du lieber gerne pures Öl, ist unser Mandelöl für sensible Haut die erste Wahl. Nach jedem Kontakt mit Wasser sollte eine Pflege aufgetragen werden. Für den Körper eignet sich hierbei unsere Bodylotion. Sie pflegt deine Haut intensiv, ohne einen störenden Fettfilm zu hinterlassen. Hautareale, die mit wirkstoffhaltigen Cremes behandelt werden, bitte aussparen. Es kann zur Verdünnung bzw. Interaktionen mit dem Arzneistoff kommen und somit die gewünschte Wirkung ausbleiben. 

Wichtig ist an diesem Punkt vielleicht nochmal zu erwähnen, dass Schuppenflechte durchaus auch vom Arzt behandelt werden kann und sollte. Je nach Schweregrad können dir unsere Pflegetipps unter die Arme greifen, aber wir raten definitiv zur Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin. 

Wie hängen Schuppenflechte und Psyche zusammen?

Unsere Haut wird nicht grundlos als “Spiegel der Seele” bezeichnet. Die Haut kann Gefühle darstellen und bedient sich dabei ihrer ganz eigenen Sprache. Doch ihre Sprache wird häufig nicht verstanden. Dabei wäre genau das dringend nötig. Denn der Großteil aller Hautkrankheiten ist zwar genetisch gegeben, aber psychisch beeinflussbar.
Auch die Schuppenflechte hängt eng mit der Psyche zusammen: Einerseits können psychische Probleme und Stress akute Krankheitsschübe auslösen, andererseits stellen die Krankheitsbeschwerden selbst eine psychische Extrembelastung dar. Viele Betroffene geraten dadurch in einen Teufelskreis: Der Leidensdruck verstärkt die körperlichen Beschwerden, was wiederum die psychische Belastung weiter erhöht.

Wie kann man sich die Wechselwirkung zwischen Haut und Seele vorstellen?

Es beginnt noch vor unserer Geburt: Die Haut und das zentrale Nervensystem haben den gleichen entwicklungsgeschichtlichen Ursprung - im menschlichen Embryo entstehen Haut und Nervensystem aus dem gleichen Zelltyp, dem sogenannten Ektoderm. Viele Mediziner sehen darin bereits den Ursprung für die enge Verbindung zwischen Psyche und Haut.
Außerdem fanden Forscher heraus, dass bestimmte chemische Stoffe psychische Reize von unserem Gehirn über die Nervenbahnen bis in die Haut tragen und dort entzündliche Prozesse fördern können. Diese sogenannten Neurotransmitter setzt unser Körper auch bei psychischem Stress frei.
Ob psychische Probleme nun Ursache oder Folge von Hautkrankheiten sind, ist gar nicht so wichtig. Viel bedeutsamer ist es, die Wechselwirkung zwischen Psyche und Haut richtig zu erkennen. Welche Gefühle, Verhaltensweisen und Ereignisse auf die Erkrankung zurückwirken und sie verschlechtern oder verbessern können, kann ein entscheidender Schritt in der Linderung der Symptomatik sein.

Wenn Stress unter die Haut geht

Der hohe Leidensdruck bei Schuppenflechte ergibt sich vor allem aus psychischen Belastungen. Scham, Angst vor Stigmatisierung und ein geringes Selbstbewusstsein führen oft zur sozialen Isolation und Unsicherheit. Das Meiden von sozialen Aktivitäten und Hemmungen vor einer Partnerschaft, können zu Begleiterkrankungen wie Depressionen führen.

Wie kann man bei Schuppenflechte die Psyche schonen?

Wer immer zuerst daran denkt, ob die Schuppenflechte zu sehen sein könnte, engt sich selbst sehr ein. Sich aber von den Sorgen um das eigene Erscheinungsbild frei zu machen, ist nicht einfach, es gibt dafür nicht das eine Erfolgsrezept. Unabhängig davon, wie die eigene Haut gerade aussieht, solltest du dich annehmen so wie du bist. Eine positive Grundhaltung zu entwickeln und sich selbst bewusst zu machen, dass jede Person mit kleineren oder größeren Unzufriedenheiten kämpft, kann hilfreich sein.
Sich nicht zu verstecken, sondern das zu tun, was man wirklich will, hilft der Zufriedenheit auf jeden Fall auf die Sprünge.

Wichtig ist, dass du lernst, eigene Strategien zu entwickeln, um die individuelle psychische Belastung im Alltag möglichst gering zu halten.

  • Stress reduzieren und Ruhephasen einrichten
  • Stressbewältigung durch Entspannungstechniken
  • Gemeinschaftliche Selbsthilfe
  • Psychosoziale Therapie
  • Schuppenflechte Kur

Wie kann ich mit den Reaktionen anderer umgehen?

Wie man am besten mit den Reaktionen anderer umgeht, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hat man das Gefühl, ständig angestarrt zu werden, kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass hinter solchem Verhalten oft einfach Neugier, Überraschung oder Unwissenheit steckt. Wenn du dir das in Erinnerung rufst, kannst du Blicke und Kommentare vielleicht leichter ignorieren oder dich einfach abwenden.
Falls du reagieren möchtest, suche den direkten Augenkontakt, um deinem Gegenüber freundlich zu signalisieren, dass du die Blicke bemerkt hast. Gehörst du eher zu den Mutigen oder willst deinen Ärger loswerden, kann ein direktes Ansprechen die Situation vielleicht entspannen.
Es kann Nerven kosten, mit den Reaktionen anderer umzugehen. Offen über seine Erkrankung zu sprechen, kann aber auch entlastend wirken. Ist die Schuppenflechte-Frage erstmal vom Tisch, fühlst du dich vielleicht gleich wohler.

5. Kann die Schuppenflechte wieder verschwinden? 

    Unsere Haut spiegelt uns tagtäglich unsere körperliche und psychische Verfassung wider. Deshalb ist es so wichtig, dass du versuchst deine individuellen Auslöser so gut es geht zu meiden. Zudem spielt auch, wie so fast bei allen Dingen die richtige Ernährung eine große Rolle. 

    01 Ernähre dich ausgewogen und mit entzündungshemmenden Lebensmitteln 

    Alkohol, fettige Lebensmittel, Zitrusfrüchte, scharfe Gewürze und Nikotin-Konsum solltest du, wenn möglich weitestgehend aus deinem Alltag streichen und dafür auf antientzündliche Lebensmittel den Fokus legen. Viel Obst und Gemüse, Lebensmittel mit hohem Anteil an entzündungshemmenden Omega-3 Fettsäuren, wie Leinöl, Traubenkernöl aber auch Fisch, welcher für Veganer und Vegetarier natürlich wegfällt. Umso wichtiger ist es, hier pflanzliche Alternativen zu suchen und diese auch in deinen Speiseplan zu integrieren. 

    Außerdem haben Erfahrungen gezeigt, dass eine glutenfreie Ernährung sich stark positiv auswirken kann. Ein Versuch für 4-6 Monate wäre es wert.   

    02 Achte auf ein gesundes Immunsystem

    Neben den Omega-3-Fettsäuren sind auch Zink und Kurkuma sehr wertvoll für deinen Körper und ein gut funktionierendes Immunsystem. 

    03 Schau auf dein Seelenleben  

    Gehe viel an die frische Luft (achte auf ausreichend Sonnenschutz ;)) und achte darauf, dass du Dinge tust die dir Freude bereiten, die dich glücklich machen und Stress abbauen. Meditieren, Freunde treffen, malen.  

    Denke immer daran, es ist alle erlaubt, was dir gut tut! Es gibt nicht DEN Plan, sondern Anhaltspunkte, aus denen du dir deinen Masterplan schmieden kannst. Höre auf dich, höre auf deinen Körper und habe Geduld mit ihm! Er zeigt dir wohin die Reise geht! 

    Sei gut zu dir! 

    Deine Sophia 

    Quellen: 

    1 Sabine Ellsässer, Körperpflegekunde und Kosmetik, Springer Verlag, Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis, 2008 

    2 http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Dermatologie-und-Allergologie/de/AbteilungenSprechstunden/Psoriasiszentrum/Psoriasis_Krankheitsbild/index.html

    3 https://www.amboss.com/de/wissen/Psoriasis_vulgaris


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