Stellungnahme zum Testergebnis: JUNGLÜCK Sonnencreme SPF 50

Im Jahr 2025 hat die Stiftung Warentest die JUNGLÜCK Sonnencreme SPF 50 in der Ausgabe 04/2025 mit dem Urteil „mangelhaft" bewertet. Wir möchten dieses Ergebnis einordnen, den gesetzlichen Rahmen erläutern und transparent darlegen, warum wir das damalige Produkt dennoch freiwillig vom Markt genommen haben, obwohl das Produkt laut anderer, unabhängiger Tests unbedenklich ist.

Gesetzliche Grundlage: Was die EU vorschreibt

Sonnenschutzmittel dürfen in der Europäischen Union nur dann mit einem bestimmten Lichtschutzfaktor beworben und verkauft werden, wenn der Lichtschutzfaktor mit standardisierten und reproduzierbaren Testmethoden nachgewiesen wurde. Diese Anforderung ergibt sich unter anderem aus der Empfehlung der Kommission (2006/647/EG) über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben. Die standardisierten Prüfmethoden ISO 24444 und ISO 24443 erfüllen diese Anforderungen. Die bislang in der EU fast ausschließlich durchgeführte In-vivo-Testmethode ISO 24444 wurde von internationalen Expertinnen und Experten entwickelt und gilt seither als der Goldstandard unter den Testmethoden.


Unsere Sonnencreme SPF 50 erfüllte diesen Standard: Ein anerkanntes Testlabor hat uns vor Markteinführung einen Lichtschutzfaktor von 50 nach ISO 24444 bestätigt. Das Produkt durfte auf dieser Grundlage rechtmäßig mit SPF 50 vermarktet werden. Insbesondere enthielt unser Produkt auch eine ausreichende Menge an mineralischen UV-Filter. 

Unsere Maßnahmen nach Bekanntgabe des Testergebnisses

Auch wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für den Verkauf unserer Sonnencreme SPF 50 erfüllt waren, haben wir uns unmittelbar nach Bekanntgabe des Testergebnisses entschieden, das Produkt freiwillig vom Markt zu nehmen.


Der Grund: Das von der Stiftung Warentest angewandte Testverfahren ist für viele Verbraucher*innen eine maßgebliche Orientierung. Solange unser Produkt dieses Verfahren nicht besteht – unabhängig von der methodischen Diskussion –, entspricht es nicht dem Qualitätsversprechen, das wir für uns selbst anlegen. Wir möchten Produkte anbieten, die auch unter den Bedingungen, die in der öffentlichen Wahrnehmung relevant sind, überzeugen.

Zum Testverfahren

Das von der Stiftung Warentest verwendete HDRS-Verfahren (Hybrid Diffuse Reflectance Spectroscopy) wurde zwar als mit ISO 24444 gleichwertig beurteilt, jedoch ist das HDRS-Verfahren in der Fachwelt nach wie vor umstritten. Es unterscheidet sich methodisch von den Prüfnormen ISO 24444 und ISO 24443, die immer noch als der “Gold-Standard” für den Nachweis des Lichtschutzfaktors gelten. In der Theorie zeigt sich das HDRS-Verfahren als gleichwertig, jedoch können in der Praxis Schwankungen auftreten. D.h. es kann vorkommen, “dass eine wiederholte Untersuchung eines bereits auf dem Markt befindlichen Produkts mit einer anderen Testmethode zu abweichenden Ergebnissen führt – mit einem höheren oder einem niedrigeren Wert.” (haut.de, Experten geben Rat: Egal welche ISO-Methode: die LSF-Angabe ist sicher, 26.05.2026) 


Besonders bei Sonnenschutzmitteln mit mineralischen UV-Filtern (wie JUNGLÜCK Sonnencreme SPF 50) hat die Anwendung des HDRS-Verfahrens in der Vergangenheit wiederholt zu stark abweichenden Ergebnissen geführt – mit der Folge, dass etablierte Produkte in Stiftung Warentest-Tests negativ bewertet wurden, obwohl ihre nach standardisierten Prüfmethoden ermittelten Werte den gesetzlichen Anforderungen entsprachen.


Verweise auf Diskussion der Prüfmethoden: 


www.ikw.org 
www.haut.de 

Mineralische und organische UV-Filter im Vergleich

Sonnenschutzmittel wirken über zwei grundlegend verschiedene Filterprinzipien, die sich in Wirkweise, Textur und messtechnischen Eigenschaften unterscheiden. Man unterscheidet mineralische (physikalische) und organische (chemische) Filter. Während das 2025 freiwillig vom Markt genommene JUNGLÜCK Sonnencreme SPF 50 mineralische UV-Filter hatte, enthält das aktuell im Sortiment befindliche JUNGLÜCK Sonnenfluid SPF 50 organische Filter. 

Mineralische Filter Organische Filter
Wirkstoffe wie Zinkoxid und Titandioxid reflektieren UV-Strahlung physikalisch an der Hautoberfläche. Sie gelten als besonders verträglich, die Messung ihres Schutzfaktors ist jedoch aufgrund der Partikelverteilung methodisch anspruchsvoller als bei organischen Filtern. Unsere frühere Sonnencreme basierte auf diesem Filterprinzip. Organische Filtersubstanzen absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um. Sie ermöglichen leichte, unsichtbare Texturen und liefern in standardisierten Prüfverfahren reproduzierbarere Messergebnisse.

Aktuell: JUNGLÜCK Sonnenfluid SPF 50 mit organischen UV-Filtern

Das JUNGLÜCK Sonnenfluid SPF 50 ist unser aktuelles Sonnenschutzprodukt. Es wurde auf Basis organischer Filtersubstanzen entwickelt und vor Markteinführung, sowie nach dem Stiftung Warentest Bericht erneut, sowohl nach ISO 24444 (UVB-Schutz) als auch nach ISO 24443 (UVA-Schutz) auf seine Schutzwirkung geprüft.


Im Sinne unserer Verpflichtung zu Transparenz stellen wir die Ergebnisse dieser unabhängigen Laborprüfungen nachfolgend zur Verfügung:

Prüfergebnisse Sonnenfluid 

UVB-Lichtschutzfaktor: nach ISO 24444 erreicht unser Sonnenfluid den SPF 56. Wir loben es deshalb mit SPF 50 aus.


UVA-Schutzfaktor: der UVA Schutzwert muss mindestens einen Drittel des angegebenen SPFs erreichen, was unser Sonnenfluid nach ISO 24443 (UVAPF) mit Schutzfaktor von 24 erreicht 


Links zu den Dokumenten:

UVB: Sonnenfluid_SPF50_UVB_Report

UVA: Sonnenfluid_SPF50_UVA_Report


Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung.